Kulturlandschaft im Dialog

In unserer von Siedlungs-, Verkehrs- und Industrieflächen zerschnittenen Umwelt spielen Natur- und Waldlandschaften eine immer größere Rolle, ganz besonders in Ballungsräumen. Sie dienen der Naherholung und dem Wohlbefinden des Menschen. Ihr Erhalt und darüber hinaus die Vermehrung und Vernetzung von Naturlandschaften fördert die Artenvielfalt und leistet einen positiven Beitrag zum Stadtklima. Nicht alleine das, die zunehmende Entwicklung von Grünzügen in städtischen und stadtnahen Bereichen, die im angelsächsischen Raum als „urban forestry“ bezeichnet wird, schafft neue Betätigungsfelder und ist eine Herausforderung für interdisziplinäre Fragestellungen.

 

Aus diesem Grund haben sich in Brühl mehrere Teilnehmer-Gruppen zur Kooperation und zum Austauschüber urbane Naturlandschaften zusammengefunden: Beteiligt sind der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, die Universität zu Köln mit ihrem Studiengang „International Master of Environmental Sciences“ (IMES-Programm) und interessierte Bürger. Ziel ist es, sich gemeinsam und aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit den vielfältigen Aspekten des nachhaltigen Umgangs mit Natur und Umwelt auseinanderzusetzen, etwa mit der Akzeptanz von Umweltmaßnahmen, mit Biodiversität, nachhaltiger Waldwirtschaft und mit der Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie. Aus den Ergebnissen sollen Maßnahmen zur Umsetzung in die Praxis entstehen.

 

Besonderheiten des Projekts sind einerseits regionale, andererseits überregionale Aspekte. Im Villewald des Rhein-Erft-Kreises werden gemeinsame Exkursionen unternommen, dort werden Masterarbeiten und Praktika durchgeführt. Die Initiative 50TausendBäume mit Sitz in Brühl koordiniert die Aktivitäten und betreut die Studenten vor Ort, sie arbeitet, etwa mit Informationsveranstaltungen, auf die Einbindung und Beteiligung interessierter Bürger/innen hin. Zudem kann sie dank ihres guten Rufs als Bürgerinitiative dazu beitragen, das Verantwortungsbewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit vor Ort zu stärken.

 

Das IMES-Programm wiederum führt mit seinem interdisziplinären Forschungs- und Bildungsansatz Studenten aus aller Welt zusammen. Weil die Beteiligten mit kulturellen Unterschieden beim Blick auf Nachhaltigkeit vertraut werden, lassen sich Ergebnisse und Kompetenzen auch auf eine globale Ebene übertragen. – Neben wissenschaftlichen Studien sind im Rahmen des Projekts auch Seminare und Tagungen geplant.